Corinthium Aes

Herzlich willkommen! Hier erfahren Sie mehr über das Metall, das es liebt angefasst zu werden. 1996, noch während meines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, wurde ich durch einen glücklichen Umstand von der Archäo-Metallurgin Dr. Alessandra Giumlia-Mair eingeladen, gemeinsam mit ihr ein interdisziplinäres Forschungsteam zu gründen mit dem Ziel, das von ihr herangetragene Thema „künstlich patinierte Oberflächen an edelmetallhaltigen Objekten der Antike“ weiter zu erkunden. Es stellte sich heraus, dass das Material um das es dabei ging, eine faszinierende schwarzfarbene Kupferlegierung war, die - ähnlich wie moderne japanische Buntmetalllegierungen (Irogane) - durch geringe Beimengungen von Edelmetallen durch Hautkontakt beinahe von selbst eine blauschwarze Dunkelfärbung erhalten. Es handelte sich unter anderem um das in der Antike sehr bekannte und weit verbreitete “Corinthium Aes“ , das schwarze Gold, welches man bis dato schwer einzuordnen vermochte, da die schwarzfärbende Reaktion nicht in Zusammenhang gebracht werden konnte mit dem Goldgehalt der Legierung. Mit Dr. Giumlia-Mair machte ich über Jahre hinweg Untersuchungen anhand überlieferter Textquellen aus der Antike so wie zum Vergleich hinzugezogener japanischer Rezepturen, um allmählich die Funktionsweise dieses mystischen Materials verstehen zu können. Heraus kam dabei nicht nur der Beweis der angenommenen Ähnlichkeit der damaligen Werkstoffe mit heutigen vergleichbaren aus Ostasien, sondern auch eine wiederentdeckte, funktionsfähige neue „alte“ Legierung, die man gestalterisch einsetzen kann.

Seit 1996 entstanden in meiner Werkstatt zahlreiche Gegenstände daraus, parallel dazu begann ich im Rahmen von Workshops diese Technik an Interessierte weiter zu vermitteln.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der guten Schmiedbarkeit des Metalls. Gezwungen durch den Umstand dieses nicht als vorgefertigtes Blech in allen Größen und Dimensionen beziehen zu können, beginnt die Arbeit immer mit dem Schmelzen, Legieren und Vorrichten des Halbzeugs - wie vor rund 3000 Jahren auch - allein mit dem Hammer.

Nach dem Formschmieden erhalten die Objekte die ihnen eigene irisierende Patina durch ein Einbringen in ein spezielles Bad, das in seiner Zusammensetzung den antiken Rezepturen entspricht. Was den besonderen Reiz der Oberflächenfarbe ausmacht, ist ihre natürliche Neigung sich in dieser Farbgebung zu erhalten, denn Handhabung, Luftsauerstoff und die Atmosphäre erneuern diesen Prozess ständig.

 

Matthias Lehr

 

Buma- Conference in Matsue , Japan 1998

 

Goldschmiedezeitung Januar 2000

 

Archeologie Sperimentali, Comano, Italy 2001

 

Fortbildungszentrum Ahlen 2002

Fortbildungszentrum Ahlen 2006

 

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